„COFFEE WITH FRIENDS“ findet großen Anklang

„Und wenn keiner kommt?“

(von Daniel Scholz)

Es ist Sonntagnachmittag. Die Uhr springt auf 15:20 Uhr. Die freiwilligen Helfer, rund um die Veranstaltungsgruppe, die sich im Café versammelt haben, werden langsam unruhig.

„Und wenn keiner kommt?“, fragt einer der Helfer. „Dann bleibt sehr viel Kuchen für uns übrig!“, witzelt ein anderer.

Seit 15 Uhr sind die Türen geöffnet. Kaffee und Tee sind aufgesetzt und ein großes Kuchenbüffet wartet darauf, vernichtet zu werden.

Dann öffnet sich die Tür und die ersten Geflüchteten, ein junges Paar aus Pakistan, betritt in Begleitung eines älteren Ehepaares, ihren Paten, das Dortmunder Café.

 

Foto: privat

Unsere Befürchtungen lösen sich in Wohlgefallen auf

Sie bleiben nicht die Einzigen. Ihnen folgen zwei größere Gruppen von Geflüchteten unter der Führung von Alena und Nahid, die zuvor eine vom Verein organisierte Stadiontour beim BVB genießen durften. Der Auftakt zu einem gemütlichen Nachmittag, der auch eine Hand voll geflüchtete Kinder sehr glücklich macht.

Es ist der 2. COFFEE WITH FRIENDS Termin, der von der Projekt-Ankommen Veranstaltungsgruppe, unter der Leitung von Ahmed und Angela, organisiert wurde und – wie sich später zeigen wird – wieder ein voller Erfolg ist. In den letzten Tagen vor der Veranstaltung, zu der Geflüchtete mit ihren Familien, Freunden und ihren Paten zu Kaffee, Kuchen und Spielen eingeladen sind, wird es immer ein wenig hektisch in der Gruppe. Die Checklisten und Vorräte müssen überprüft und ergänzt, Freiwillige zum Kuchenbacken und zur Kinderbetreuung akquiriert, Emails an die verschiedenen Gruppen werden. Das ein oder andere wird dabei schon mal vergessen, wie beim ersten COFFEE WITH FRIENDS, als wir feststellten, dass niemand an Kaffeetassen gedacht hatte.

Diesmal rotieren Angela und ich, fast schon etwas routiniert hinter dem Tresen der Location, die dem Projekt-Ankommen bislang kostenlos für die Treffen zur Verfügung gestellt wurde.

An dieser Stelle nochmals ein dickes Dankeschön an den Besitzer, der sich trotz mehrerer Nachtschichten und Krankheit aus dem Bett quälte um für unser Team und die Geflüchteten aufzuschließen.

 

Foto: privat

 

Wir schenken Kaffee und Tee aus, sortieren Kuchen, spülen Geschirr und versuchen die vielen freiwilligen Helfer und Mitglieder des Vereins bei der Betreuung zu koordinieren. Denn der Andrang der Freiwilligen, die hier helfen wollen, ist doch etwas größer geworden, als wir erwartet hatten.

An den Tischen warten Malsachen, Lego und Stempelkissen auf die Kinder.

 

 

Foto: privat

Die Erwachsenen können sich, neben ruhigen Unterhaltungen, mit Karten- und Brettspielen beschäftigen.

Alles aufgefahren, um die Geflüchteten wenigstens für einen Nachmittag im Monat aus ihrer tristen Alltagssituation zu reißen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit Helfern und anderen zu treffen, die ihr Schicksal teilen.

Und die Möglichkeiten werden auch diesmal gut angenommen. Eine Handvoll Kinder stempelt, baut Lego und klimpert auf einer Gitarre herum – allesamt mit lachenden Gesichtern. Auch die Erwachsenen fühlen sich gut aufgehoben, ob bei Gesprächen oder beim UNO spielen. Und spätestens wenn Angela ihr Twister auspackt, werden dann auch die Jugendlichen aktiv, die sich eingefunden haben.

Als wir kurz vor 18 Uhr zusammen packen, Tassen und Spiele wieder auseinander sortieren und die letzten Kuchenreste an Geflüchtete und Helfer verteilen, sind wir uns einig, dass sich auch diesmal die Anstrengung gelohnt hat. Diesmal müssen wir die letzten beiden Tische sogar bitten zu gehen, so sehr sind die Menschen in ihre Unterhaltungen vertieft.

Wer zum nächsten COFFEE WITH FRIENDS Termin gerne einen Kuchen spenden möchte, kann sich gerne per Email an veranstaltungen@projekt-ankommen.de bei uns melden. Wir freuen uns über jede Unterstützung!

 

Foto: privat
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