Blog

  • Mär
    12

    Jahreshauptversammlung 2017

    Am vergangenen Freitag hat unsere zweite Jahreshauptversammlung stattgefunden. Der Vorstand hat Verstärkung bekommen, die Anzahl der Beisitzer wurde von 6 auf 8 erhöht.

    Aus privaten Gründen haben sich einzelne Vorstandsmitglieder nicht mehr oder für andere Posten zur Wahl stellen lassen.

    Wir freuen uns auf ein weiteres spannendes Jahr und auf eine gute Zusammenarbeit.

    Neu begrüßen dürfen wir in unserem Vorstandsteam: Christian Krause (stellv. Vorsitzender), Esmaiel Khlef (Beisitzer), Falk Freudenau (Beisitzer), Jasmin Dehmel (Beisitzerin), Rabeeh Nasif (Beisitzer)

    Wir bedanken uns herzlich bei allen ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern für das eingebrachte Engagement und die aufgewendete Zeit. Mit Eurem know how konntet ihr die Arbeit des Vereins aktiv mitgestalten und weiter bringen. Wir wissen, dass ihr Projekt Ankommen weiter unterstützen und begleiten werdet.

    Vielen Dank an: Ahmed Abdellatif, Robert Torkuhl und Jan Lüttmann

     

    Mehr Information werdet ihr in unserem Pressebericht finden.

  • Jan
    27

    Mein Weg zu Projekt Ankommen

    Geschrieben von Fares
     
    Vor über einem Jahr wurde ich ein Mitglied als Dolmetscher von „Projekt Ankommen“. Bevor ich ein Mitglied wurde, habe ich in der Gemeinschaftsunterkunft „Adlerstraße“  für geflüchtete Menschen gewohnt. Ich habe zwei Monate nach einer Wohnung gesucht, bis eines Tages eine Frau von Projekt Ankommen die Adlerstraße besuchte und sagte: „Ich habe eine freie Wohnung für zwei Personen. Interessiert sich jemand für diese Wohnung?“ Zufällig suchten ein Freund und ich eine Wohnung für zwei Personen, sodass wir das Angebot gerne annahmen. Die genannte Frau hat sich ebenfalls angeboten zwischen uns und der Vermieterin zu vermitteln. Da sie ein Mitglied von Projekt Ankommen ist, hat sie und auch bei dem Umzug geholfen.

    In diesem Moment habe ich entschieden geflüchteten Menschen über das Projekt Ankommen z.B. als Dolmetscher zu helfen.

    Am Anfang hab es nur wenig Mitglieder in diesem Verein. Mit der Zweit wurde der Verein in Dortmund bekannt und hat viele Preise für die ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe gewonnen. Nach ein paar Monaten bekam der Verein ein eigenes Büro in der Heinrichstraße. Zweimal in der Woche wird dort eine Sprechstunde angeboten. Darüber hinaus haben sie Angebote in verschiedenen Bereichen. Das Dolmetscher-Team besteht aus mehreren geflüchteten Menschen, die sich wöchentlich abwechseln.

    Wir übersetzen für die Menschen, die kein Deutsch sprechen können.

    Außerdem helfen wir ihnen die Formulare auszufüllen und manchmal begleiten wir sie zu Behörden oder zu Anwälten.Ich freue mich sehr Mitglied bei Projekt Ankommen zu sein und anderen Menschen helfen zu können. Ich wünsche mir, dass der Verein weiterhin wächst und wir weitere neue engagierte Mitglieder gewinnen.

  • Jan
    16

    Mit neuem Schwung in das Jahr 2017

    Was haben wir 2016 erreicht? Wo wollen wir 2017 hin? Was haben wir gut gemacht und was
    müssen wir verbessern?
    Gestern, am 15. Januar 2017, haben sich acht Vorstandsmitglieder über fünf Stunden Zeit
    genommen, um genau diese Fragen zu beantworten. Wir haben gemeinsam reflektiert, Ideen
    gesammelt und Pläne geschmiedet.
    2016 war ein erfolgreiches Jahr. Wir konnten einige Meilensteine setzen, wie zum Beispiel das Büro
    in der Heinrichstraße mit festen Sprechstunden, den Erhalt vieler Förderungen und Preisen, sowie die
    Gründung der Stadtteilgruppe in Eving. Somit haben wir viele Geflüchtete in allen Lebensbereichen
    unterstützt.  
    Dabei fällt uns auf, dass sich Schwerpunkte in unserer Vereinsarbeit verlagern. Dies liegt daran, dass
    kaum neue geflüchtete Menschen in Dortmund ankommen. Somit werden wir die Ausrichtung des
    Vereins im neuen Jahr den aktuellen Gegebenheiten anpassen. Der Fokus im Jahr 2017 wird auf die
    Sprachförderung, die Fort‐ und Weiterbildung, die Integration in den Ausbildungs‐ und Arbeitsmarkt
    sowie auf kulturelles Verständnis gelegt. Erste Schritte, wie zum Beispiel der Sprachtreff oder die
    Planung einer Fortbildungsreihe für Geflüchtete, sind bereits getan. Auch regelmäßige Patentreffen,
    sowie Supervision für Ehrenamtliche, sollen Mitgliedern neue Kraft und einen Platz für Austausch
    bieten.
    Zusätzlich gibt es Projektgruppen in den einzelnen Bereichen des Vereins, um neue Ideen zu
    sammeln, zu strukturieren und in den nächsten Monaten umzusetzen.  
    Dies umfasst auch die Öffentlichkeitsarbeit. Hier werden wir für mehr Transparenz, Informationen
    und langfristige Terminvereinbarungen sorgen, um alle Mitglieder und Interessierte neben dem
    Newsletter bestmöglich auf dem Laufenden zu halten.
    Mehr Informationen folgen in den nächsten Wochen, wir stehen jedoch jederzeit für Rückfragen zur
    Verfügung.
    Im Namen des gesamten Vereins möchten wir uns für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse bedanken
    und freuen uns auf ein weiteres erfolgreiches Jahr 2017.  

     
    Der Vorstand von Projekt Ankommen e.V.

  • Dez
    15

    Wann ist ein Flüchtling kein Flüchtling mehr?

    Der neue Alltag

    (ein Beitrag von Alena)

    In unseren Sprechstunden an jedem Dienstag und Mittwoch unterstützen wir auch weiterhin rund 150 geflüchtete Menschen wöchentlich bei kleinen und großen Problemen. Neben Anmeldungen für unsere eigenen Angebote, wie z.B. die Umzugshilfe, Deutschkurse oder Sportangebote klären wir mit den Menschen auch den Umgang mit der neuen Wohnsitzauflage oder der Aufforderung zur Passbeschaffung.

    Bei den Besuchern der Sprechstunde bekomme ich meist nur einen kleinen Einblick in den neuen Alltag der Menschen. Anders sieht es bei meinen neuen, überwiegend aus Syrien stammenden, Freunden aus. Die Wohnsituationen sind bei ihnen geklärt. Die Integrationskurse laufen und sie beherrschen zusehends die deutsche Sprache.

    Durch unser gemeinsames Leben in Dortmund habe ich die Möglichkeit, viel zu lernen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Als deutsche junge Frau ist es für mich neu, an der Tür einer Disco mit fadenscheinigen Begründungen weggeschickt zu werden. Ich hasse diese Situationen.

    In diesen Momenten schäme ich mich für meine Stadt

    Doch auch diese Situationen motivieren mich, mein Ehrenamt genau so intensiv wie bisher, fortzusetzen. Unermüdlich schreibe ich die Discobetreiber an – trotz des Wissens, keine Antwort zu erhalten. Genauso neu sind für mich nächtliche Polizeikontrollen, die sich ausschließlich durch das nichtdeutsche Aussehen meiner Freunde begründen. Und auch hier werde ich nicht müde, mit den Menschen darüber zu diskutieren. Ein Verhalten, das dazu führt, dass ich als einzige Deutsche in unserer Gruppe auch als Einzige meinen Ausweis in der Tasche behalten darf.

    Menschen, die uns anstarren oder an uns vorbei gehen und Dinge wie „Ich hasse diese Araber“ murmeln, lernte ich zu ignorieren

    Nun berichten meine Freunde jedoch immer wieder von neuen Gefühlen, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen: Gefühle, die sie mindestens ein drittes oder viertes Mal zweifeln lassen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Natürlich fällt eine Gruppe dunkelhaariger Menschen oder eine Frau mit Kopftuch auf – auch in einer Stadt wie Dortmund. Einfach als normal wahrgenommen zu werden und in der Masse unterzugehen, ist meist schwierig. Gerade deshalb, weil stets thematisiert wird, woher sie kommen. Doch viel schlimmer scheint das Gefühl, für den Rest seines Lebens „der Flüchtling“ sein zu müssen. Hört man den Menschen zu, zeigt sich schnell, dass sie dieses Wort nicht ausstehen können. Immer auf etwas reduziert zu werden, was eigentlich „nur“ ein Teil der eigenen Geschichte ist, macht sie traurig und passiv. Es handelt sich um Menschen, die auch ein Leben hatten bevor sie nach Deutschland kamen, die einen lebensgefährlichen Weg hinter sich gelassen haben, um in Sicherheit weiterleben zu können. Wir alle sollten ihnen vielleicht ein bisschen mehr zutrauen, denn die Erfahrung zeigt bereits jetzt:Mit den richtigen Wegbegleitern fügen sich alle Dinge und es werden schon Pläne für Ausbildungen, Studium usw. geschmiedet.

    Viele der geflüchteten Menschen wünschen sich, nicht mehr „der Flüchtling“ zu sein, sondern als die Persönlichkeiten wahrgenommen zu werden, die sie sind. Dann hören vielleicht auch einstudierte Sätze wie: „Ich heiße XX und ich komme aus XX auf“, denn außerhalb des Urlaubs wird von mir auch nicht erwartet, dass ich erwähne, dass ich Deutsche bin.

     

     

  • Okt
    12

    2. Sporttag 2016: Verkehrserziehung und Rad

    Am Samstag, dem 24.09.2016, haben das Projekt Ankommen, ein Quadratkilometer Bildung, der StadtSportBund Dortmund und „Angekommen in Deiner Stadt“ auf dem Gelände des Adam’s Corner am Westpark in der westlichen Innenstadt einen Sporttag zum Thema rund um das Fahrrad veranstaltet. Das Ziel war, Geflüchteten aus Dortmund und Umgebung eine spielerische Einführung in das Thema Fahrradfahren und Sicherheit auf dem Zweirad zu vermitteln. Dazu wurde ein Parcours aufgebaut und eine Fahrradwerkstatt ins Leben gerufen.

    Herrliches Wetter sorgte bei den Beteiligten schon am Vormittag für große Freude beim Aufbau und Austesten des Parcours auf dem gesamten Außengelände. Der Caterer hatte alles pünktlich vorbereitet und konnte neben Kaffee, Tee und Softdrinks auch leckere Würstchen im Brötchen sowie Lahmacun mit Salat anbieten. So war für jeden Geschmack etwas dabei.

    So langsam wurde es voller auf dem Gelände, da auch die eingeladenen Vereine „TrinitasDO“ (Triathlon ) und die „EinRaDo´s“ (Einrad ) ihre Stände aufbauten, um noch mehr Gäste anzulocken. Ab 14:00 Uhr ging es los, doch vorerst blieb es noch ruhig, so dass hauptsächlich Helfer und Freunde den Parcours testeten. Die Schrauber hingegen hatten durchweg zu tun, da im Vorfeld viele Spendenräder abgegeben wurden und auch einige Geflüchtete mit ihrem kaputten oder reparaturbedürftigen Rad vorbeikamen. Gegen 15:00 Uhr tauchte dann eine Gruppe von Betreuern und Geflüchteten aus Hagen auf, die endlich für Action sorgte! Die Jungs und ein Mädchen im Alter von 7 bis 17 Jahren hatten ihren Spaß den Parcours zu durchfahren. Zuerst scheuten sich alle ein wenig und es wurde erstmal das Essen in Anspruch genommen, später gab es dann sogar noch einen kleinen Wettbewerb. Im Vorhinein wurden durch Mitglieder des Aufbauteams Punkte für die jeweiligen Stationen festgelegt, die die Teilnehmer_innen maximal hätten erreichen konnten. Da es mehrere Kinder und Jugendliche schafften, die gleiche Punkteausbeute zu erreichen, war es uns nicht möglich den Gewinner des „Turniers“ festzulegen. Das war ja auch gar nicht so wichtig; Hauptsache, alle hatten Spaß!

    Noch zu erwähnen bleibt, dass es Dank „AnGEkommen in Deiner Stadt“ und den drei kompetenten Schraubern Martin, Nils und Nico sowohl am Sporttag als auch in Zukunft eine Fahrradwerkstatt am Adams Corner geben wird! Das ganze Projekt wurde am Samstag erfolgreich gestartet, die weitere Planung und offizielle Eröffnung wird selbstverständlich noch bekannt gegeben! Aber schon an unserem Sporttag konnten die Jungs schon dem ein oder anderen Fahrrad wieder auf die Sprünge helfen, so dass es wieder auf Hochtouren durch Dortmund fahren kann!

    Schlussendlich kann man festhalten, dass es durch das tolle Wetter und die tolle Zusammenarbeit aller Vereine ein gelungener Tag war, auch wenn wir uns insgeheim noch mehr Besucher_innen erhofft hätten. Es bleibt also abzuwarten, wie es beim nächsten Mal laufen wird!

     

    (Text von Yannick)

  • Sep
    09

    Willkommensfest 2016

    Das Wetter boykottierte diesen Sommer schon einige openair  Veranstaltungen. Wir erhofften uns einfach, dass der Wettergott es wieder so gut mit uns meinen würde wie im vergangenen Jahr. Anfang der Woche waren die Prognosen noch gut. Nicht zu heiß, kein Regen. Im Laufe der Woche wurde die Regenwahrscheinlichkeit jedoch immer weiter nach oben korrigiert. Wir hielten trotzdem an unseren Plänen fest und hofften auf das Beste. Die ganze Arbeit und Planung im Vorfeld sollte nicht umsonst gewesen sein.

    Am Sonntag den 04.09.2016 die große Enttäuschung. Es regnete und das sehr ordentlich. Hinzu kam ein großes Gewitter, welches über unsere Köpfe hinweg zog. Die ersten Kooperationspartner erkundigten sich nach unseren weiteren Plänen. Die Techniker teilten uns mich, dass der Aufbau der Bühne bei Gewitter zu gefährlich sei. Man konnte über jedem unserer Köpfe die eigene kleine Regenwolke sehen. Gefüllt mit Enttäuschung und der großen Frage was wir jetzt tun sollten. Improvisieren können wir. Das haben wir schließlich schon oft genug unter Beweis gestellt. Dank der spontanen Bereitschaft der Betreiber des Adams Corner wurde das Fest kurzum einfach verlegt. Die Pavillons wurden abgebaut, das Essen rüber transportiert und der gespendete Kuchen und einer Unterkunft für Geflüchtete gebracht.

    Für den Rest des Tages hatten wir Glück mit dem Wetter. Der DJ und eine Band sorgten für die passende Musik. Es wurde gequatscht, geschlemmt und getanzt. Unser persönliches Fazit des Willkommensfestes 2016: Leider konnten wir den Besuchern nicht das bieten was geplant war. Jedoch hatten wir alle eine schöne und ausgelassene gemeinsame Zeit und das ist am Ende was zählt.

    img_4184img_4200img_4214img_4219img_4224img_4255img_4266img_4309img_4350

  • Aug
    25

    Ein Ausflug in die deutsche Geschichte – Projekt Ankommen organisierte Tour nach Berlin

    Projekt goes Berlin

    Unter diesem Arbeitstitel organisierten, planten und informierten wir.

    Vor einigen Monaten entstand die Idee, eine Reise nach Berlin zu planen. In den Integrationskursen der Geflüchteten, aber auch im gemeinsamen Austausch ist die Geschichte Deutschlands immer wieder Thema. Doch irgendwie lässt sich kaum nachvollziehen, dass Deutschland z.B. damals in zwei Teile zerlegt wurde. Ein guter Grund, sich die Stadt mit der ehemaligen Mauer und andere historische Sehenswürdigkeiten in unserer Hauptstadt anzuschauen und sich damit auseinanderzusetzen.

    Ein Team aus drei Ehrenamtlichen zeigte sich bereit, eine Kultur- und Bildungsfahrt zu planen und durchzuführen. Sie organisierten die ersten Treffen und sammelten viele Ideen: Was wird benötigt? Worauf müssen wir achten?

    Und was wollen wir vor Ort tun?

    Schließlich war es für uns alle das erste Mal, eine solche Reise – und das gleich für 15 Personen – zu organisieren. Durch tolle Kontakte und Verhandlungsgeschick erhielten wir gute Konditionen von den verschiedenen Anbietern. Die Rahmenbedingungen standen schnell fest. Gelder wurden beantragt und eine Pauschale pro Teilnehmer festgelegt.

    Wer soll eigentlich mitfahren?

    Da wir unerfahren waren, war es uns wichtig, dass Menschen teilnahmen, die wir oder andere Ehrenamtliche des Vereins zumindest entfernt kannten. Die Gruppe stand schnell fest und wir bereiteten uns auf diese aufregende Zeit vor. Mit Hilfe von Vorbereitungstreffen und einer Whatsapp-Gruppe gelang es uns, alle Teilnehmer auf dem aktuellen Stand der Informationen zu halten.

    Freitagmorgen, 8:30 Treffen am Hauptbahnhof. Viele trafen sich schon am vorherigen Abend oder auf dem Weg zum Bahnhof, um nicht zu spät dort zu sein. Um zwanzig nach Acht klingelte das erste Handy, mit einem Teilnehmer, der fragte wo denn alle seien. Zu spät kam jedoch nur der Bus. Unserer Vorfreude und Aufregung tat das zum Glück keinen Abbruch. Staubedingt zog sich die Fahrt. Die Zeit versuchten alle mit Nickerchen, Singen und Quatschen zu überbrücken.

    Dann hieß es:

    Willkommen in Berlin

    Einmal kurz durchatmen, Zimmer beziehen und frisch machen. Schon wartete der erste Programmpunkt: Ein gemeinsames Abendessen zum Einstieg. 15 müde und gleichzeitig aufgekratzte Menschen wollten gleichzeitig fotografieren und Essen bestellen. Nach dem köstlichen Essen ging es noch kurz an der East Side Gallery vorbei . Schließlich haben wir nicht endlos Zeit und Berlin bietet einfach zu viel. Nach einem weiterem kurzen Stopp im Hostel erkundeten wir die Stadt bei Nacht und legten die ersten von insgesamt sehr vielen Kilometern zu Fuß zurück.

    Auch Tag zwei sollte uns einiges bieten. Unter anderem das Brandenburger Tor, der Bundestag, das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa und der Fernsehturm warteten auf uns. Hunderte Fotos wurden geknipst und mindestens so viele Fragen gestellt. Was ist das? Wie alt? Warum? Und wie eigentlich? Die Smartphones immer griffbereit, konnten wir die meisten Fragen beantworten. Um unseren Füßen eine Pause zu gönnen und das tolle Wetter auszukosten, entschieden wir uns spontan, den Abend im Berliner Mauerpark ausklingen zu lassen.

    Den Abfahrtstag wollten wir nicht ungenutzt lassen: Wir liefen zum Checkpoint Charlie, um uns einige Zeit später von unserem Busfahrer für die Rückfahrt einsammeln zu lassen.

    Fotos, Fragen, Mittagsessen. Müde, aber glücklich singend, lachend und schlafend warteten wir auf unsere Ankunft in Dortmund.

    Die Geschichten, Denkmäler und historischen Bauten erinnerten viele der Teilnehmer an ihre Heimat. Die Stimmung drückte das nicht. Vielmehr regte es an, tolle Geschichten zu erzählen und Bilder zu zeigen.

    Auch wenn es einigen Menschen nicht klar ist, die Parallelen sind größer als wir denken.

    Mein persönliches Highlight spielte sich unverhofft in einem kleinen Dönerladen kurz vor der Rückfahrt ab: Alle wollten sich mit Proviant für die Heimfahrt eindecken –  Chaos und die Uhr im Nacken. Als fast alle versorgt waren, fragte der Besitzer: „Woher kommt ihr?“. Ganz selbstverständlich und beiläufig kam die Antwort: „Aus Dortmund“. Denn hier ging es nicht darum, wer aus welchem Land stammt. Wir waren einfach Touristen wie viele andere auch und wir kamen alle aus Dortmund.

     

  • Aug
    08

    Westparkfest 2016

    Im vergangenen Jahr haben wir zum ersten Mal unser Willkommensfest im Dortmunder Westpark veranstaltet. Wir wurden mit vielen zahlreichen Besuchern und tollstem Wetter belohnt. Somit fiel die Entscheidung nicht schwer, dieses Jahr in die zweite Runde zu starten.

    Wir freuen uns, wenn ihr wieder zahlreich erscheint und gemeinsam mit uns ein tolles Unterhaltungsprogramm und leckeres Essen genießt. An dem Wetter arbeiten wir noch…

    04.09.2016
    14:00-20:00
    Westpark Dortmund

    _PA Plakat_A2_Westparkfest-A3-A5.indd

    Unser Programm bietet dieses Jahr folgendes:
    14:00 DJ
     
    14:30 Begrüßungsrede
    Friedrich Fuß Bezirksbürgermeister und Projekt Ankommen
     
    14:45 DJ
     
    15:00 Blockbuster Sound in full crew und das TukTuk Soundmobil
    Blockbuster Sound spielen Reggae und VollAufDieFresseDancehall dabei sind WashiEiko, Flag, Kärr, Tschäck und Marcus. Mit dabei haben sie das TukTuk Soundmobil und Sounds aus Jamaika.
     
    15:45 DJ
     
    16:30 TRANSORIENT ORCHESTRA
    Das Transorient Orchestra lässt den Soundtrack des Ruhrgebiets erklingen.
    In der aktuellen Besetzung spielen MusikerInnen zusammen, die ihre kulturellen Wurzeln in Deutschland, der Türkei, dem Iran, Tunesien und Syrien haben.
    Santur, Oud, Ney und Darbuka im kreativen Dialog mit Bigband-Bläsersätzen, Gitarre, Bass, Violine und Schlagzeug, ergänzt durch arabischen und türkischen Gesang.
    Das Transorient Orchestra lässt die Melodien und Rhythmen des Orients mit westlicher Harmonik und jazziger Improvisation zu vielfältigen und spannenden Verbindungen verschmelzen.
     
    17:30 DJ
     
    18:30 Azar Ensemble und Adnan Abdullah
    Wir spielen klassische und Volksmusik aus Syrien und der Levant Region.
    George Azar und Shadi Al-housh sind aus Damaskus und leben seit dem Herbst 2015 in Hagen.
    Maren Lueg hat in London an der School of Afrikan Studies ein MMus in der Musik des Mittleren Ostens abgeschlossen.
    19:30 DJ
     
    20:00 Ende
  • Jul
    12

    Wir brauchen Ihre Hilfe!

    Unser gemeinnütziges Projekt im Rahmen der Flüchtlingshilfe hat einen großen Bedarf an Spenden und braucht dringend Ihre Unterstützung.
    Wenn Sie etwas von den unten aufgezählten Sachen spenden möchten, setzen Sie sich bitte mit der Sachspendenkoordination über die E-Mail-Adresse sachspenden@projekt-ankommen.de in Verbindung. Senden Sie Ihre Kontaktdaten, nach Möglichkeit Fotos von den abzugebenden Dingen und einen ungefähren Zeitrahmen, der uns für die Abholung verbleibt. Bitte beachten Sie, dass wir regulär eine Vorlaufzeit von mindestens einer Woche benötigen und nur innerhalb Dortmunds oder direkt stadtangrenzend abholen können.

    Küche

    • Funktionsfähige und intakte Standherde, Kühlschränke und Kühlgefrierkombis, Spülmaschinen, Spülen, Ober- und Unterschränke, gerne auch gut erhaltene Einbauküchen, Tische und Stühle, Regale

    Babys und Kinder

    • Kinderwagen, Kinderbetten, Bettzeug, Babybetten, Wickelkommoden, Laufställe, Reisebetten, Babyausstattungen, Hygiene, Spielzeug etc. nach Rücksprache

    Wohnzimmer

    • Garnituren/Sofas/Sessel, Regale, kleine Wohnzimmerschränke/kleine Schrankwände, Kommoden, Teppiche – für den Essbereich gerne Tische und Stühle

    Badezimmer

    • Badezimmerschränke, Spiegelschränke, Haartrockner, Rasierapparate, Hygiene nach Absprache

    Schlafzimmer

    • Betten, Lattenroste, hygienische, gut erhaltene Matratzen, Bettzeug, kleine Kleiderschränke, Kommoden

    Sonstiges

    • Waschmaschinen, Staubsauger, Bügeleisen, Bügelbretter, Wasserkocher, Kaffeemaschinen, sonstige Elektrokleingeräte, Wäscheständer, Spiegel, Lampen, Hausrat allgemein, Bettwäsche, Handtücher, Tischdecken, Gardinen, Vorhänge, Gardinenstangen, Teppiche, Schuhschränke, Garderoben
    • Receiver, Hifi-Anlagen mit Lautsprechern, Fernseher mit Fernbedienungen, Handys, Nähmaschinen.

    Wir leisten keine Wohnungsentrümplungen.
    Es werden nicht angenommen:

    • durchgelegene Matratzen, Matratzen mit Flecken und deutlichen Rändern ebenso für Sofa, Sessel und Garnituren ausgeschlossen.
    • Möbel mit Beschädigungen, die dadurch reparaturbedürftig sind, da uns für diese Arbeiten die Kapazitäten fehlen.
    • Dunkle große, klobige Möbel. Möbel mit Überbauten, Schränke, die breiter als 2,50 m, eventuell wenn sie einzeln zu stellen sind. Betten mit Überbauten.
    • Elektrogeräte mit defekten Kabel, Stecker oder anderweitig defekt sind. Gasherde.
    • Dekorationsartikel im weitesten Sinne.
    • Videokassetten, Musikkassetten, Videorecorder, Bücher.

    Bücher können bitte an Jürgen Bengsch vermittelt werden, es sammelt diese für einen Bücherflohmarkt der zugunsten eines Projektes Aplerbecker Gemeinde mehrmals im Jahr stattfindet. Die Gelder fließen nach Afrika.

    Kontakt über sachspenden@projekt-ankommen.de

    Anfragen bezüglich Kleidung bitte ebenfalls über sachspenden@projekt-ankommen.de stellen.

  • Jun
    22

    Sport hilft gegen (fast) alles

    „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit,
    und er schützt uns durch Vereine, vor der Einsamkeit“.

    … sagte einmal Joachim Ringelnatz, ein deutscher Lyriker, Erzähler und Maler (1883-1934).

    (ein Text von Karina)

    Ich finde, Herr Ringelnatz hat völlig Recht, auch heute noch.

    Und daher möchte ich jetzt ein bisschen von der Sportgruppe erzählen:

    Wir sind aktuell sieben aktive Mitglieder, die versuchen, Geflüchtete für Sport zu begeistern, sie durch Sport zu integrieren und in Vereine zu vermitteln.
    Ohne Sport bin ich persönlich schnell unausgeglichen und zickig. Sport ist wichtig und wenn ich mich bewegen und auspowern kann, fühle ich mich gut. Viele denken jetzt bestimmt das Gegenteil, aber umso mehr wissen ganz genau, was ich meine. Sport befreit und im Team oder in einem Verein kann man sich wohlfühlen und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln.
    Daher lautet meine Antwort auf die immer wiederkehrende Frage nach der Integration von Flüchtlingen auch:

    Treibt SPORT! Wie könnte es einfacher funktionieren?

    Es gibt kaum Sprachbarrieren und „fair play“ kennt jeder.
    So langsam melden sich die Geflüchteten auch bei uns. Es war und ist zwar immer noch schwierig, die Menschen zu motivieren. Viele andere Dinge sind erst einmal wichtiger und die Betreuung und Begleitung ist oft aufwendig, weil die meisten nicht von sich aus zu Sportfesten kommen oder zu Sportvereinen gehen. Aber wenn sie dann erst einmal da sind, ist die Begeisterung oft groß und sie bleiben im wahrsten Sinne des Wortes am Ball.
    Wir sind auch überrascht, wie vielfältig die Interessen sind. Klar, König Fußball ist immer noch die unangefochtene Nummer 1. Gerade jetzt zur EM. Aber auch Schwimmen, Kickboxen und Basketball sind gefragt. Und bei den Mädchen auch Tennis und Tanzen. Ich bin gespannt, wie die geplante Ferienfreizeit „Pferde und Indianer“ ankommen wird..
    Und dann noch Sayed´s Cricket Team! Da wurde erst für uns gekocht, weil wir den Jungs aus Sri Lanka und Myanmar Schläger und Handschuhe organisert haben, und dann gab es quasi als „Überraschungs-Dessert“ zwei Stunden Cricket-Training im Park. Wir haben zwar immer noch nicht alle Regeln verstanden, aber es machte einen Heidenspaß und die Überraschung war gelungen.
    Es ist auch wirklich schön zu sehen, wie Kinder und Jugendliche beim Sport langsam auftauen und entspannen. Man spürt regelrecht, wie sie abschalten, all ihre Sorgen vergessen und einfach mal loslegen.

    Ich möchte ein paar Beispiele erzählen:

    Einmal im Monat können unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit Schülern des Mallinckrodt-Gymnasiums Fußball spielen. Wir vom Projekt Ankommen holen die Jungs in der Unterkunft ab und bringen sie später wieder zurück. Letztes Mal war ein 16jähriger Junge aus Guinea dabei. Er sprach nur französich und war erst seit 10 Tagen in Dortmund. Mein französisch ist rudimentär, aber ein Glück konnte sich Monika ein bisschen mit ihm unterhalten. Er hatte weder Shorts noch Sportschuhe, war schüchtern und wollte deshalb schon gar nicht mehr mit, denn in Jeans und FlipFlops kann man ja nicht spielen. Letztlich hat ihm ein Betreuer Sportschuhe und ein Lehrer eine kurze Hose organsiert und er konnte dann doch noch mit auf´s Feld. Wunderbar, wie er auftaute und über das Spielfeld flitzte! Plötzlich war er mittendrin in der Gemeinschaft und konnte all seine Sorgen zumindest für ein paar Stunden vergessen. Und dass kaum jemand französisch konnte, war plötzlich auch egal, denn Fußball spielen kann jeder.
    Ein anderes Besispiel: Ich habe einen 16jährigen Jungen aus Albanien zum Volleyballtraining begleitet. Als wir ankamen, schickte ihn der Trainer nach einer kurzen Begrüßung direkt zum Aufwärmen auf’s Feld. Keiner der Anderen war skeptisch und erkundigte sich nach Sprache, Herkunft oder Alter. Das war völlig egal, Hauptsache, sie konnten endlich anfangen zu spielen. Einmal habe ich am Spielfeldrand fast einen Ball abbekommen und er kam zu mir, um den Ball zu holen. Er sah mich kurz an, völlig außer Atem, total verschwitzt, aber er grinste mich an und war einfach glücklich.

    Das war einer meiner ganz besonderen Schlüsselmomente: Diese Freude am Sport, aber auch diese ganze Energie, die da raus musste, kam in diesem Moment besonders rüber und hat mich wirklich beeindruckt. Am liebsten hätte ich noch selbst mitgespielt.
    Dieter klettert seit Jahrzehnten leidenschaftlich. Er klettert u.a. mit K., einem talentierten Jungen aus Albanien. K. nutzt inzwischen jede Trainigsmöglichkeit und die beiden sind sogar schon zusammen zum Klettern in den Urlaub gefahren. Dieter erzählt immer ganz begeistert, wie toll sich der Junge entwickelt. Manchmal muss er ihn sogar bremsen, weil er zu schnell zu viel will. Wer weiß, vielleicht wird ja K. noch ein erfolgreicher Kletterer? Danke, Dieter.

    Eine wunderbare Erfahrung war auch unser Sporttag.

    Eine Familie aus dem Libanon war mit ihren Paten Lars und Ina da. Die Größte von vier Töchtern löcherte mich ständig: Was ist das da für ein Sport, was kommt als nächstes, kann ich da mitmachen? Irgendwann kam sie zu mir und sagte: Also, das ist so toll hier, wir haben nächste Woche am Mittwoch Zeit, dann kommen wir wieder, ok? Ich musste lachen und freue mich jetzt schon auf unseren nächsten Sporttag, an dem die vier Mädchen bestimmt auch wieder teilnehmen werden.
    Es gab schon viele solcher oder ähnlicher Erlebnisse, mit groß und klein, ob im Fitnesscenter oder im Park. Sport, ob im Verein oder in kleinen Gruppen, das geht immer. Ich bin immer noch und immer wieder begeistert und freue mich auf viele weitere Sportarten und Erfahrungen. Und wer bei uns mitmachen will, kann sich gerne unter sport@projekt-ankommen.de bei uns melden.